Tatran, eine Faszination

Obwohl die Produktion des Models Tatran S125 Typ 03-A im Jahre 1969 eingestellt worden ist, ist der Mythos um dieses Fahrzeug aus dem Hause Manet bis heute noch lebendig. Ein großer Teil der Anhänger kennt den flinken Motorroller noch aus Kindertagen, besonders in Ungarn, der Slowakei, Tschechien und in der ehemaligen DDR war der Tatran weit verbreitet. Er gehörte dort in den 60er Jahren zum Straßenbild wie heutzutage ein VW Golf. Entweder man kannte jemanden, der einen fuhr, oder fuhr ihn selber. Es war nicht nur die Technik, die den Tatran so beliebt machte, es war vor allen Dingen seine Optik. Das Design ist bis heute ein Augenschmaus. Mit einem sehr tiefen Verständnis für Ästhetik schufen die Ingenieure bei Manet diesen optischen Leckerbissen.

Inspiriert von der Lambretta

Doch eigenständig genug, um als Unikat zu gelten. Die Fangemeinde des Tatran legt großen Wert auf die Eigenständigkeit bei Design und Technik. Wer sich einen gut erhaltenen Tatran zulegen möchte, der darf dafür heute ein Vielfaches dessen bezahlen, was er damals gekostet hat. Experten gehen davon aus, dass die Preise sich im Laufe der nächsten Jahre weiter nach oben entwickeln werden. Es ist ein Phänomen, das derzeit den gesamten Markt für Oldtimer oder andere motorisierte Raritäten betrifft: Die Preise kennen aktuell nur die Tendenz nach oben. Für viele ist es daher eine interessante Alternative zur klassischen Geldanlage geworden, denn diese Geldanlage macht auch noch Spaß, weil man sie benutzen und damit umherfahren kann.

Tatran fahren aus Leidenschaft

Der überwiegende Teil allerdings fährt seine Tatran aus Überzeugung und nicht des Geldes wegen. Bei Gesprächen mit Tatran-Fahrern ist auch immer wieder ein gewisser Stolz wahrnehmbar, es ist im Laufe der Zeit doch etwas ganz Besonderes geworden, mit solch einem Gefährt unterwegs zu sein. Besonders die älteren Passanten, die den Tatran noch aus der Jugend kennen, suchen das Gespräch mit den Fahrern. So lernt man als Tatran-Fahrer immer wieder neue Leute kennen.